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Freitag, 15. August 2008 um 07:38 |
Machwechsel nach 61 JahrenBei einem historischen Machtwechsel in Paraguay hat der Mitte-Links-Politiker Fernando Lugo nach 61 Jahren ununterbrochener Regierungszeit der konservativen Colorado-Partei die Führung übernommen.
„Heute hört Paraguay auf, ein Land der sozialen Ausgrenzung, der Geheimniskrämerei und der Korruption zu sein“, versprach der neue Präsident und Regierungschef am Freitag bei einer gefühlsbetonten Antrittsrede nach seiner Vereidigung im Parlament in der Hauptstadt Asunción. Der 57-jährige frühere Armen-Bischof hatte sich bei der Präsidentenwahl am 20. April mit mehr als 40 Prozent der Stimmen gegen die Kandidatin Blanca Ovelar von der Colorado-Partei klar durchgesetzt.
Die Erwartungen an die Regierung Lugo sind groß. Neben der Bekämpfung der Armut, unter der etwa 35 Prozent der 6,8 Millionen Paraguayer leiden, hoffen die Menschen vor allem auf eine ehrliche und effiziente Verwaltung. Fast 75 Prozent erwarteten, dass die neue Regierung gut oder sehr gut sein werde, wie eine vor kurzem veröffentlichte Umfrage ergab. Sorgen bereitet den Lugo-Befürwortern allerdings, dass der Staatsapparat auf allen Ebenen von Colorado-Vertretern durchsetzt ist, für die es kurzfristig keinen Ersatz gibt.
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